Begriffserklärungen

  • Körperorientiertes Stresshandling
  • Stress
  • Stressfolgen
  • Taiji
  • Qigong

Körperorientiertes Stresshandling

Im Stress löst unser Körper sehr komplexe physiologische und biochemische Reaktionen aus. So beeinflusst Stress neben der intellektuellen auch die körperliche Leistungsfähigkeit. Oft werden die körperlichen Signale gar nicht mit dem Stresserleben in Zusammenhang gebracht. Die ersten körperlichen Stressreaktionen sind meist psychosomatischer Natur, d.h. geistig / emotional nicht verarbeitete Situationen spiegeln sich auf der Körperebene wieder. In unserer Umgangssprache finden wir immer wieder passende Synonyme dafür:

  • Das muss ich erst einmal verdauen.
  • Das verschlägt mir den Atem.
  • Ich bin vor Schreck ganz steif geworden.
  • Vor Rührung dahin schmelzen.
  • Vor Freude / Angst zittern.

Wenn also der Körper auf subjektiv Erlebtes so reagiert, dass wir davon krank werden können, warum dann nicht von der Körperebene den aufgewühlten Gedanken und Gefühlen eine Balance anbieten. Wenn wir z. B. schnell und flach in Stress-Situationen atmen, werden mit langsamen, tiefen und bewussten Atemzügen der Körper, später die Gedanken beruhigt.

Körperorientiertes Stresshandling heißt in meinen Beratungen und Seminaren, sich auf die persönlichen Körpersignale in Belastungssituationen einzulassen, diese bewusst wahrzunehmen und verstehen zu lernen. So werden nach und nach alte Verhaltensmuster mit Atem- und Bewegungsübungen im Zusammenhang mit Einstellungsänderungen korrigiert.

Stress

Stress entsteht, wenn wir nicht mehr in der Lage sind, mit unseren bisherigen Bewältigungsmöglichkeiten unseren äußeren und inneren Anforderungen / Konflikten gerecht zu werden. Durch die subjektive Bewertung einer objektiven Begebenheit fühlt sich die betroffene Person u.a. körperlichen und /oder seelischen Druck ausgesetzt.

Stress-Situationen sind aber grundsätzlich für unser Wachstum als Persönlichkeiten notwendig. Ganz ohne Herausforderungen im Leben würden wir Stillstand und Leere erleben. Es werden zwei Arten von erlebtem Stress unterschieden.

Eu-Stress wird als positiv erlebter „Stress“ verstanden, der im Wesentlichen von den Menschen als Herausforderung erlebt wird und für Leistungsfähigkeit und Erfolg sorgt. Hier erleben Körper, Geist und Seele ebenfalls das Ausschütten von Stresshormonen. Aber Sie empfinden dies als persönliche Herausforderung und weitaus angenehmer als bei negativen Stresserlebnissen.

Dis-Stress wird vor allem als negativer, schädlicher Stress erlebt. Er wirkt sich lähmend und hemmend und damit auch krankheitsfördernd auf den Menschen aus. Die Grenze zwischen beiden Stressarten verlaufen sehr verschwommen, was die Gefahr erhöht, stressbedingte Krankheitssymptome zu bagatellisieren oder zu ignorieren. Den schädlichen Dis-Streß, mit all seinen pathogenen Auswirkungen, gilt es zu bekämpfen.

Stressfolgen

Das subjektive Erleben von Stress-Situationen lässt sehr unterschiedliche Symptome bei den Menschen entstehen. Allgemein typische Stress-Symptome sind u.a.:

Resignation

Depressionen

Kopfschmerzen

Schlafstörungen

Verdauungsprobleme

Anhaltende Müdigkeit

Konzentrationsstörungen

Gelenk- und Muskelschmerzen

Potenzstörungen, Zyklusstörungen

Verhaltensstörungen (Aggression, Hilflosigkeit,.. etc.)

Taiji

Taiji (gesprochen: Tai dschi) ist eine sanfte Art der asiatischen Bewegungsmeditation und stellt eine Säule der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) dar. Taiji basiert auf der Philosophie der Polarität von Yin und Yang und wird mit dem bekannten Taiji-Zeichen dargestellt.

Jingjang

Eine allgemein gültige Übersetzung für Taiji gibt es nicht, da es sich in der chinesischen Sprache um ein Schriftzeichen handelt. Grob übersetzt wird Taiji mit „das erhabene Letzte“ oder „der Firstbalken“ übersetzt. In der Bezeichnung Taijiquan steht die Silbe quan für „mit der leeren Hand / Faust kämpfen“ (waffenlos). Für die bessere Lesbarkeit habe ich mich auf diesen Seiten für die Bezeichnung Taiji entschieden.

Charakteristisch sind die langsamen, fließenden und harmonisch anmutenden Bewegungen, die durch eine ruhige und bewusste Atmung begleitet werden. Besonders im Yang-Stil werden die Bewegungen sehr gleichmäßig und gelenkschonend durchgeführt. Das macht diese Übungen weltweit bei Menschen aller Altersgruppen so beliebt.

Im Kontext des Stressmanagements lenkt die Konzentration auf Bewegungen und Atmung die Gedanken ganz auf den Augenblick des Übens. So lösen sich vorübergehend grüblerischen Gedanken, Ängste oder anderen unliebsame Erscheinungen auf. Regelmäßiges Üben und Vertrauen in das eigene Handeln führt Schritt für Schritt zur körperlichen und mentalen Entspannung.

Qigong

Das Wort Qigong (gesprochen: Tschi gung) lässt sich nicht so ohne weiteres übersetzen, da es allein für das Schriftzeichen „Qi“ mehrere Dutzend verschiedenen Begriffe gibt, wie: Atem, Dampf, Hauch, Energie, Lebensenergie… etc. Die Silbe „gong“ steht für „sich beschäftigen mit…“, „üben“, bzw. „beharrlich arbeiten mit…“. In der westlichen Welt hat sich daher die Übersetzung für Qigong mit „Arbeiten mit der Lebensenergie“ durchgesetzt.

Qigong

Qigong ist der Sammelbegriff für eine Vielzahl von Atem-, Meditations- und Körperübungen. Es gehört ebenso wie Taijiquan zu den Heilverfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Qigong kann im Stehen, Sitzen und Liegen praktiziert werden. Atmung, Vorstellungskraft und Körperhaltung stellen die drei wichtigsten Elemente des Qigong dar. Achtsame Atmung und Körperhaltung zusammen mit innerer Sammlung und Vorstellungsvermögen (Visualisierung) führen beim Üben zu einer sensibleren Wahrnehmung des Körpers und einer Harmonisierung des Qi. Wird Qigong regelmäßig geübt, können innere Unruhe, Unausgeglichenheit, körperliche Verspannungen und Fehlhaltungen positiv reguliert werden.